Reisemontierungen für Astrofotografie

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Reisemontierungen für Astrofotografie – der große Praxis-Guide

Wenn du Astrofotografie ernsthaft betreibst, kennst du das Dilemma: Die richtig dunklen Himmel liegen selten um die Ecke. Genau dort beginnt die eigentliche Herausforderung. Gewicht, Packmaß, Aufbauzeit, Stabilität und Tracking-Performance müssen unterwegs genauso zuverlässig funktionieren wie zu Hause.

Ich bin Mehmet Ergün und habe mittlerweile über 40-mal eine Montierung im Flugzeug mitgenommen. Das reicht von kurzen Astrofoto-Trips bis hin zu Fotoreisen und Workshops, bei denen das Equipment unter ganz unterschiedlichen Bedingungen funktionieren muss. In dieser Zeit habe ich viele verschiedene Reisemontierungen und Setups genutzt und getestet und dabei sehr schnell gelernt, was in der Praxis funktioniert und was nur auf dem Papier gut aussieht.

Dieser Guide ist deshalb bewusst praxisnah aufgebaut. Es geht nicht um technische Datenblätter, sondern um echte Erfahrungen aus Reisen, Workshops und unzähligen Nächten unter dunklem Himmel. Ziel ist es, dir zu zeigen, welche Reisemontierungen für welche Zwecke sinnvoll sind, worauf du bei Transport und Einsatz achten solltest und wie du dein Setup so wählst, dass du unterwegs möglichst viel Zeit für das bekommst, was wirklich zählt: gute Bedingungen, sauberes Tracking und bessere Astrofotos.

reisemontierung mitnehmen


Was ist eine Reisemontierung überhaupt?

Eine Reisemontierung ist eine Montierung, die speziell für den mobilen Einsatz in der Astrofotografie konzipiert wurde. Der Schwerpunkt liegt nicht auf maximaler Traglast oder permanenter Installation, sondern auf geringem Gewicht, kompaktem Packmaß und einfacher Transportierbarkeit.

Im Gegensatz zu klassischen Montierungen, die oft fest an einem Standort verbleiben, wird eine Reisemontierung regelmäßig auf- und abgebaut. Sie ist dafür gedacht, an wechselnden Orten eingesetzt zu werden, etwa auf Fotoreisen, bei Workshops, auf Roadtrips oder bei Flugreisen zu besonders dunklen Beobachtungsplätzen.

Der Begriff „Reisemontierung“ beschreibt dabei weniger eine klar definierte technische Kategorie, sondern vielmehr eine philosophische Ausrichtung: Mobilität geht vor maximaler Leistung. Jede Reisemontierung ist das Ergebnis eines bewussten Kompromisses zwischen Gewicht, Stabilität, Traglast und Nachführgenauigkeit.

Genau diese Kompromisse machen Reisemontierungen für viele Astrofotografen so interessant. Sie ermöglichen Aufnahmen an Orten, die mit schwerem Equipment kaum oder gar nicht erreichbar wären. Gleichzeitig erfordern sie ein besseres Verständnis für das eigene Setup, saubere Einnordung und realistische Erwartungen an das, was unterwegs machbar ist.

reisemontierung vs stationäre montierung

Merkmal Reisemontierung Stationäre Montierung
Einsatzgebiet Reisen, mobile Astrofotografie Fester Standort, Sternwarte
Gewicht Sehr leicht Schwer
Packmaß Kompakt, reisefreundlich Groß, sperrig
Aufbau Schnell, oft ohne Gegengewichte Zeitaufwendig
Traglast Begrenzt Hoch
Transport Rucksack, Hand- oder Aufgabegepäck Meist nur mit Fahrzeug
Typische Brennweiten Weitwinkel bis mittlere Brennweiten Mittlere bis lange Brennweiten
Zielgruppe Reisende Astrofotografen Stationäre Astrofotografen

Welche Arten von Reisemontierungen gibt es?

Reisemontierungen lassen sich grob in drei Hauptkategorien einteilen. Sie unterscheiden sich weniger durch Marketingbegriffe als durch Konstruktionsprinzip, Traglast und Einsatzzweck. Welche Kategorie sinnvoll ist, hängt stark davon ab, was du fotografieren möchtest und wie du unterwegs bist.


Star Tracker (ohne Gegengewicht)

Star Tracker sind die leichteste und einfachste Form einer Reisemontierung. Sie bestehen meist aus einer kleinen, motorisierten Nachführplattform, auf der direkt eine Kamera mit Objektiv montiert wird.

Ihr größter Vorteil ist das extrem geringe Gewicht und das sehr kompakte Packmaß. Viele Modelle passen problemlos ins Handgepäck oder sogar in einen normalen Fotorucksack. Genau deshalb sind Star Tracker für viele der erste Einstieg in die mobile Astrofotografie.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Milchstraßenfotografie

  • Weitwinkelaufnahmen

  • Astrofotografie mit kurzen Brennweiten

Die Nachführgenauigkeit ist für diese Anwendungen in der Regel völlig ausreichend. Die Kehrseite ist die begrenzte Traglast. Längere Brennweiten oder kleine Teleskope bringen Star Tracker schnell an ihre physikalischen Grenzen.

startracker


Reisemontierungen mit Gegengewicht

Reisemontierungen mit Gegengewicht sind der nächste logische Schritt, wenn die Anforderungen steigen. Durch die Möglichkeit, ein Gegengewicht zu nutzen, können sie deutlich mehr Gewicht stabil tragen als klassische Star Tracker.

Diese Montierungen sind zwar schwerer und etwas größer, bleiben aber dennoch reisetauglich, vor allem für Flugreisen mit Aufgabegepäck. Sie eignen sich besonders für:

  • mittlere Brennweiten

  • kleine Teleskope

  • kompakte Astro-Kamerasets

Der große Vorteil liegt in der besseren Balance und höheren Stabilität, was sich direkt auf das Tracking auswirkt. Gleichzeitig steigt aber der Aufwand beim Transport und Aufbau. Gegengewichte müssen mitgenommen oder vor Ort organisiert werden, was bei Flugreisen eine Rolle spielt.

Reisemontierungen mit Gegengewicht


Harmonic-Drive / Strain-Wave Montierungen

Harmonic-Drive- oder Strain-Wave-Montierungen gelten aktuell als High-End-Lösung im Bereich der Reisemontierungen. Sie kommen ohne klassische Gegengewichte aus und erreichen dennoch eine sehr hohe Traglast bei vergleichsweise geringem Eigengewicht.

Diese Bauweise macht sie für viele Astrofotografen zu einem echten Gamechanger, insbesondere auf Flugreisen. Trotz ihres kompakten Designs lassen sich damit auch anspruchsvollere Setups realisieren, inklusive längerer Brennweiten und hochwertiger Optiken.

Nachteile gibt es natürlich auch:

  • hoher Preis

  • technisch anspruchsvoller

  • weniger fehlertolerant bei schlechter Einnordung

Richtig eingesetzt, ermöglichen diese Montierungen jedoch eine Flexibilität, die vor wenigen Jahren unterwegs kaum vorstellbar war.

Reisemontierungen im Vergleich – welche Lösung passt zu welchem Einsatz?

Die folgende Tabelle zeigt die drei gängigsten Arten von Reisemontierungen im direkten Vergleich. Sie soll dir helfen, die Unterschiede bei Preis, Traglast, Einsatzbereich und Praxis­tauglichkeit schnell einzuordnen. Die Angaben basieren auf typischen Erfahrungswerten und nicht auf idealisierten Herstellerangaben.

Kriterium Star Tracker
(ohne Gegengewicht)
Reisemontierung
(mit Gegengewicht)
Harmonic-Drive / Strain-Wave
(meist ohne Gegengewicht)
Preis (Einstieg) ab ca. 200 € ab ca. 400 € ab ca. 1000 €
Realistische Traglast (Praxis) ca. 2–4 kg ca. 5–10 kg ca. 8–15 kg
(modellabhängig, oft mehr möglich)
Eigengewicht (nur Montierung) ca. 0,8–1,5 kg ca. 3–6 kg ca. 3–6 kg
Zusatzgewicht auf Reisen kein Gegengewicht nötig Gegengewicht erforderlich
(oder vor Ort lösen)
meist kein Gegengewicht nötig
(je nach Setup optional)
Nachführqualität (typisch) gut bei Weitwinkel
bei längeren Brennweiten schnell limitiert
gut bis sehr gut
bei sauberer Balance und Polausrichtung
sehr gut bis exzellent
ideal für anspruchsvollere Setups unterwegs
Guiding-Funktion je nach Modell: teils möglich, teils nicht meist möglich / oft Standard meist möglich / oft Standard
Typische Anwendungsgebiete Milchstraße, Weitwinkel, Reise-Setup mit DSLR/Spiegellos

typisch: 14–85 mm, teils bis ~135 mm

Objektive & kleine Teleskope

typisch: 135–400 mm, je nach Setup auch darüber

Reise-Deep-Sky mit mehr Reserven

auch längere Brennweiten realistisch, je nach Optik und Guiding

Hauptvorteile extrem leicht, kompakt, schneller Aufbau,
ideal für Einsteiger und Flugreisen nur mit Handgepäck
mehr Stabilität und Traglast,
besser für kleine Teleskope,
sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
hohe Traglast bei geringem Gewicht,
kompakt,
„High-End“ für Flugreisen,
leistungsstark ohne Gegengewichts-Zwang
Hauptnachteile begrenzte Traglast,
bei längeren Brennweiten empfindlich,
nicht jedes Modell hat Guiding/GoTo
mehr Gepäck,
Gegengewichte sind auf Flugreisen unbequem,
Aufbau dauert länger
teuer,
Setup anspruchsvoller,
saubere Polausrichtung und solides Stativ werden wichtiger


Wofür ist welche Reisemontierung gedacht?

Bei der Wahl einer Reisemontierung spielen nicht nur Gewicht und Traglast eine Rolle. Preis, Erfahrung und der gewünschte Grad an technischer Kontrolle sind oft die entscheidenden Faktoren. In der Praxis ist nicht die leistungsstärkste Montierung automatisch die beste, sondern diejenige, die zum eigenen Kenntnisstand und Reiseverhalten passt.

Star Tracker – günstiger Einstieg und maximale Einfachheit

Star Tracker sind die preiswerteste Möglichkeit, mobil in die Astrofotografie einzusteigen. Bereits ab etwa 200 € sind solide Modelle erhältlich, die für viele Anwendungen vollkommen ausreichen. Sie richten sich vor allem an Astrofotografen, die möglichst unkompliziert arbeiten möchten und wenig Erfahrung mit komplexen Setups haben.

Typisch sind:

  • manuelle Bedienung

  • einfache Polausrichtung

  • kaum oder kein externes Steuerungssystem

Gedacht sind Star Tracker für Milchstraßen- und Weitwinkelfotografie sowie für kurze Brennweiten. Wer erste Schritte in der Astrofotografie macht oder viel reist und leichtes Gepäck bevorzugt, findet hier oft den sinnvollsten Einstieg.


Reisemontierungen mit Gegengewicht – mehr Leistung für Fortgeschrittene

Reisemontierungen mit Gegengewicht bewegen sich preislich meist ab etwa 400 € aufwärts und richten sich an Anwender, die bereits erste Erfahrungen gesammelt haben. Sie bieten mehr Traglast, bessere Balance und meist auch umfangreichere Steuerungsmöglichkeiten.

Typische Merkmale sind:

  • bessere Nachführgenauigkeit

  • oft GoTo- und Guiding-fähig

  • geeignet für kleine Teleskope und längere Brennweiten

Der höhere Aufwand beim Transport und Aufbau wird durch deutlich mehr fotografische Möglichkeiten kompensiert. Diese Kategorie eignet sich besonders für Astrofotografen, die ihre Reisefotografie gezielt erweitern möchten, ohne gleich in den High-End-Bereich einzusteigen.


Harmonic-Drive / Strain-Wave Montierungen – High-End für erfahrene Anwender

Harmonic-Drive-Montierungen starten preislich meist ab etwa 1000 € und sind klar im High-End-Segment angesiedelt. Sie richten sich nicht an Einsteiger, sondern an Astrofotografen mit solider Erfahrung im Setup, in der Einnordung und im Software-Workflow.

In der Praxis werden diese Montierungen häufig mit ZWO AsiAir oder ähnlichen Steuerungssystemen betrieben. Das ermöglicht extrem kompakte und leistungsfähige Reise-Setups, setzt aber auch ein tieferes technisches Verständnis voraus.

Diese Montierungen sind gedacht für:

  • anspruchsvolle Reise-Deep-Sky-Fotografie

  • längere Brennweiten bei begrenztem Gepäck

  • Workshops und Fotoreisen mit wechselnden Bedingungen

Wer bereit ist, Zeit in Konfiguration, Guiding und Software zu investieren, erhält eine der leistungsfähigsten mobilen Lösungen, die derzeit verfügbar sind.


Typische Fehler bei Reisemontierungen

Reisemontierungen sind leistungsfähige Werkzeuge, reagieren aber deutlich sensibler auf Fehler als große, stationäre Montierungen. Viele Probleme unterwegs entstehen nicht durch die Technik selbst, sondern durch falsche Erwartungen, ungeeignete Setups oder mangelnde Vorbereitung.


Zu viel Gewicht auf einer zu kleinen Montierung

  • Herstellerangaben werden zu wörtlich genommen

  • Zu wenig Reserve bei der Traglast eingeplant

In der Praxis empfiehlt es sich, eine Reisemontierung etwa 20–30 % unter der angegebenen maximalen Traglast zu betreiben. Diese Reserve sorgt für ruhigeres Tracking, weniger Ausschuss und insgesamt entspannteres Arbeiten, insbesondere unter Reisebedingungen mit Wind oder unebenem Untergrund.


Unterschätzung der Polausrichtung

  • Einnorden ohne vollständig montiertes Setup

  • Zu grobe oder rein visuelle Ausrichtung

Die Polausrichtung sollte immer erst erfolgen, wenn das komplette Setup auf der Montierung montiert ist. Durch das spätere Beladen kann sich die Ausrichtung minimal verschieben, was sich bei Reisemontierungen deutlich schneller bemerkbar macht als bei schweren, stationären Systemen. Eine saubere Polausrichtung spart am Ende mehr Zeit, als sie kostet.


Das Stativ wird unterschätzt

Ein stabiles Stativ ist die Grundlage für gutes Tracking. Zusätzliche Stabilität lässt sich oft einfach erreichen, indem man Gewicht unter dem Stativ anbringt, etwa einen Rucksack oder ein Zusatzgewicht an der vorgesehenen Aufhängung. Das reduziert Vibrationen und verbessert die Nachführqualität spürbar.


Zu hohe Erwartungen an einfache Setups

  • Vergleich mit stationären Systemen

  • Unterschätzung von Himmel und Bedingungen

Die Erwartungen sollten immer im Verhältnis zu Setup, eigener Erfahrung und den lokalen Bedingungen stehen. Ein leichtes Reise-Setup kann sehr gute Ergebnisse liefern, hat aber klare physikalische Grenzen. Wer diese akzeptiert, arbeitet effizienter und nutzt das vorhandene Potenzial besser aus.


Zu komplexe Setups ohne ausreichende Erfahrung

  • Zu viele Komponenten auf einmal

  • Abhängigkeit von automatisierten Steuerungssystemen

Moderne Reisemontierungen werden häufig mit Steuerungssystemen wie ASIair oder ähnlichen Lösungen betrieben. Diese bieten enorme Möglichkeiten, erfordern aber auch ein tieferes Verständnis für Software, Guiding und Workflow.
Genau hier setzen meine Astrofotografie-Workshops an und richten sich gezielt an Einsteiger und Fortgeschrittene, die ihr Setup besser verstehen und sicher beherrschen möchten.


Energieversorgung wird unterschätzt

  • Mehr Technik bedeutet höheren Strombedarf

  • Zu schwache oder ungeeignete Powerbanks

Je komplexer das Setup, desto größer sind die Anforderungen an die Energieversorgung. Reisemontierungen mit GoTo, Guiding, Steuerungsrechnern, gekühlten Kameras oder Motorfokus benötigen deutlich mehr Strom als einfache Setups.

Während viele Star Tracker mit integrierten Batterien oder Akkus auskommen, benötigen leistungsfähigere Reisemontierungen stabile und ausreichend dimensionierte Powerbanks. Eine zu schwache Stromversorgung führt häufig zu Verbindungsabbrüchen, instabilem Tracking oder vorzeitigem Abbruch der Session.


Fehlende Reisevorbereitung

  • Vergessene Kabel, Akkus oder Adapter

  • Keine systematische Kontrolle vor der Abreise

Gerade auf Flugreisen oder an abgelegenen Locations lassen sich fehlende Komponenten kaum ersetzen. Eine strukturierte Reise-Checkliste hilft, Stress zu vermeiden und stellt sicher, dass vor Ort alles einsatzbereit ist, wenn die Bedingungen passen.


Reisemontierung im Flugzeug – meine Erfahrungen & Tipps

Wer mit einer Reisemontierung fliegt, merkt schnell: Die eigentliche Herausforderung beginnt nicht unter dem Sternenhimmel, sondern bereits beim Packen. Nach inzwischen zahlreichen Kurz- und Langstreckenflügen mit unterschiedlichsten Setups haben sich für mich klare Strategien herauskristallisiert, die viel Stress und Ärger ersparen.


Handgepäck oder Aufgabegepäck – realistisch bleiben

  • Handgepäckgewicht ist stark limitiert

  • Kamera, Objektive und Akkus haben Priorität

In der Praxis transportiere ich Reisemontierungen meist im Aufgabegepäck, vorausgesetzt sie verfügen über eine eigene Schutztasche oder ein stabiles Case. Das Handgepäck ist bei Flugreisen extrem wertvoll und schnell am Gewichtslimit. Kamera, Objektive und Powerbanks gehören aus Sicherheits- und Diebstahlgründen zwingend ins Handgepäck und beanspruchen bereits einen großen Teil des erlaubten Gewichts.

Sehr kleine Star Tracker lassen sich zwar im Handgepäck mitnehmen, bei größeren Reisemontierungen wird das jedoch schnell unrealistisch. Hier ist es sinnvoller, die Montierung gut geschützt im Aufgabegepäck zu transportieren und das Handgepäck für empfindliche und unverzichtbare Komponenten zu reservieren.


Akkus und Powerbanks – immer ins Handgepäck

  • Lithium-Akkus gehören nicht ins Aufgabegepäck

  • Airline-Vorgaben unbedingt prüfen

Akkus und Powerbanks transportiere ich ausschließlich im Handgepäck. Je nach Airline gelten unterschiedliche Kapazitätsgrenzen, bei größeren Powerbanks kann sogar eine Sondergenehmigung erforderlich sein. Diese sollte unbedingt vor der Reise eingeholt werden.

Gerade bei komplexeren Setups mit Steuerung, Guiding und gekühlten Kameras lohnt es sich, ausreichend leistungsfähige Powerbanks einzuplanen und die Stromversorgung nicht zu knapp zu kalkulieren.


Sicherheitskontrollen – entspannt bleiben

  • Kontrollen sind normal

  • Technik wird meist interessiert betrachtet

Ich wurde auf Flughäfen häufig kontrolliert, vor allem bei komplexerer Astrofotografie-Ausrüstung. Meine Erfahrung ist jedoch durchweg positiv. Mit ruhiger Erklärung und etwas Geduld stößt man meist auf Verständnis und nicht selten sogar Begeisterung für das Hobby.

Wichtig ist, dass alles ordentlich verpackt ist und man selbst entspannt bleibt. Hektik oder Unsicherheit übertragen sich schnell auf das Sicherheitspersonal.


Typischer Anfängerfehler: fehlende Kleinteile

  • Kabel, Adapter oder Inbusschlüssel vergessen

  • Setup nie komplett getestet

Einer der häufigsten Fehler auf Reisen sind fehlende Verbindungskabel, Adapter oder Werkzeuge. Deshalb empfehle ich dringend, das komplette Setup vor der Reise vollständig aufzubauen, so als wäre man bereits vor Ort im Einsatz.

Das bedeutet: nicht abkürzen, nichts überspringen, sondern wirklich jeden Schritt durchgehen – bis hin zur ersten Aufnahme. Nur so lassen sich fehlende oder defekte Komponenten rechtzeitig entdecken.


Meine wichtigste Regel auf Flugreisen

  • Einfache, kritische Kabel immer doppelt mitnehmen

Wenn ich heute mit einer Reisemontierung fliege, gilt für mich eine feste Regel: Wichtige Verbindungskabel nehme ich immer doppelt mit. Es kann passieren, dass ein günstiges 12-V-Kabel einen Wackelkontakt hat und das komplette Setup lahmlegt. Solche Kleinteile kosten wenig, entscheiden aber darüber, ob eine Nacht erfolgreich ist oder nicht.


FAQ: Reisemontierungen für Astrofotografie

Welche Reisemontierung ist für Anfänger am besten?

Für viele Einsteiger ist ein Star Tracker der beste Start, da er leicht, günstig und schnell einsatzbereit ist. Wer mit längeren Brennweiten oder kleinen Teleskopen arbeiten möchte, ist mit einer Reisemontierung mit Gegengewicht besser bedient.

Ab welcher Brennweite brauche ich mehr als einen Star Tracker?

Für Weitwinkel und kurze Brennweiten funktionieren Star Tracker sehr gut. Bei dauerhaft längeren Brennweiten oder höheren Anforderungen an Stabilität und Nachführgenauigkeit lohnt sich eine leistungsfähigere Reisemontierung.

Wie stark sollte ich eine Reisemontierung beladen?

In der Praxis empfiehlt es sich, eine Reisemontierung etwa 20–30 % unter der maximalen Herstellerangabe zu betreiben. Das sorgt für ruhigeres Tracking und weniger Ausschuss.

Kann ich eine Reisemontierung im Handgepäck mitnehmen?

Sehr kleine Star Tracker passen oft ins Handgepäck. Größere Reisemontierungen werden meist im Aufgabegepäck transportiert. Kamera, Objektive und Akkus gehören ins Handgepäck.

Wo gehören Akkus und Powerbanks beim Fliegen hin?

Ins Handgepäck. Je nach Airline gelten Kapazitätsgrenzen, bei großen Powerbanks kann eine Sondergenehmigung erforderlich sein.

Brauche ich Guiding bei einer Reisemontierung?

Bei Weitwinkel-Setups reicht oft sauberes Einnorden. Bei längeren Brennweiten oder Deep-Sky-Projekten kann Guiding die Trefferquote deutlich erhöhen.

Wann lohnt sich eine Harmonic-Drive-Montierung?

Wenn du mobil bleiben willst, aber möglichst wenig Kompromisse eingehen möchtest und bereits Erfahrung mit Setup, Polausrichtung und Software hast. Diese Montierungen erfordern meist mehr technisches Know-how.

Was ist der häufigste Fehler auf Reisen?

Fehlende Kleinteile wie Kabel, Adapter oder Inbusschlüssel. Baue dein Setup vor der Reise komplett auf und nimm wichtige Verbindungskabel am besten doppelt mit.

Gibt es eine Packliste als Download?

Ja. Eine strukturierte Reise-Checkliste als PDF steht als Download zur Verfügung und hilft, typische Fehler vor der Abreise zu vermeiden.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel einige wichtige Punkte rund um Reisemontierungen näherbringen und viele der typischen Fragen aus der Praxis beantworten. Theorie ist dabei nur ein Teil des Ganzen. In meinen Workshops & Fotoreisen lässt sich in einer Woche gemeinsamer Praxis oft deutlich mehr zeigen, erklären und festigen, als es in Textform möglich ist.

 

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